Heterogenitätstest

In Metaanalysen bezeichnet Heterogenität das Ausmaß, zu dem sich die in den eingeschlossenen Primärstudien gefundenen Effekte unterscheiden. Mit statistischen Heterogenitätstests kann festgestellt werden, ob die Unterschiede zwischen den Primärstudien größer sind als zufallsbedingt zu erwarten wäre. Ist dies der Fall, sollte in Moderatoranalysen weiter untersucht werden, welche Erklärungen für diese Unterschiede existieren. So können Erklärungen für Heterogenität beispielsweise daran liegen, dass eine Intervention in Studien mit älteren SchülerInnen höhere Effekte erzielt als bei Studien mit jüngeren Schülerinnen.

Relevante Kurzreviews, die Heterogenitätstests beschreiben:

ICAP-Hypothese

Chi & Wylie (Chi, 2009; Chi & Wylie, 2014) entwickelten die ICAP-Hypothese (Interactive, Constructive, Active, Passive). Sie ordnet Lernaktivitäten auf einer 4-stufigen Skala von passiv (am wenigsten effektiv) über aktiv und konstruktiv bis zu interaktiv (am Effektivsten) ein.

Bei passiven Lernaktivitäten werden Informationen nur gespeichert und nicht integriert. Lernende müssen sich dafür nicht beobachtbar am Unterrichtsgeschehen beteiligen (z.B. bei einem Lehrervortrag). Aktive Lernaktivitäten umfassen aktive Aktivitäten, die aber nicht über die präsentierten Informationen hinausgehen (z.B. sich Notizen machen).

Bei konstruktiven Lernaktivitäten wird Wissen korrigiert, neu eingeordnet oder erarbeitet. Lernende müssen sich aktiv selbst neues Wissen erschließen. Bei interaktiven Lernaktivitäten arbeiten Lernende darüber hinaus noch mit anderen Lernenden zusammen.

 

Relevante Kurzreviews zu diesem Thema:

Implementation

Einsatz bzw. Durchführung einer Maßnahme (z.B. eines Unterrichtsansatzes) im Anwendungskontext (z. B. im Klassenzimmer).

Inferenzstatistische Analysen

Statische Testverfahren, die überprüfen, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Befund, der anhand einer Stichprobe (zum Beispiel einige ausgewählte 15-jährige deutsche SchülerInnen) einer Population (alle 15-jährigen deutschen SchülerInnen) gewonnen wurde, sich auf die gesamte Population übertragen lässt.

Instruktionale Unterstützung

Unterstützungsmaßnahmen (meist durch die Lehrperson), die Lernende darin fördern soll, relevante Informationen auszuwählen und in den Lernprozess zu integrieren. Auf diese Weise sollen Lernende neue Inhalte kognitiv optimal verarbeiten können.

 

Relevante Kurzreviews zu diesem Thema:

Instruktionaler Ansatz

Auch: Lehr-Lern-Ansatz, Unterrichtsansatz. Beschreibt jeweils eine bestimmte Form der Unterrichtsgestaltung (z.B. Forschendes Lernen). Eine zentrale Unterscheidung zwischen verschiedenen instruktionalen Ansätzen betrifft die Tatsache, wie stark Lerninhalte und Lernaktivitäten durch die Lehrperson vorgegeben und gesteuert werden oder durch die SchülerInnen vorwiegend selbst erarbeitet werden (lehrkraftzentrierter Ansatz vs. schülerInnenzentrierte Ansätze).

 

 

Intervention

Eine Intervention ist der Einsatz einer bestimmten pädagogischen Maßnahme (zum Beispiel eines Trainings für Selbstreguliertes Lernen) mit dem Ziel, den Ausgangszustand der TeilnehmerInnen – zum Beispiel in Bezug auf ihre Leistung – zu verbessern. Wenn Interventionen unter kontrollierten Bedingungen stattfinden, z.B. in einem experimentellen Studiendesign, lässt sich ihre Wirksamkeit ermitteln. Siehe auch Interventionsbedingung.

Irrtumswahrscheinlichkeit

Ist die Wahrscheinlichkeit, mit der man eine Hypothese aufgrund der statistischen Signifikanztestung irrtümlich verwirft (d.h. man nimmt an, dass das gefundene Ergebnis zufällig ist), obwohl die Hypothese zutrifft (d.h. das Ergebnis überzufällig ist) .Maßnahmen, um die Irrtumswahrscheinlichkeit gering zu halten sind ein niedriges Signifikanzniveau oder Replikationen.